Blick in die Werkstatt
Das Millionenpuzzle – eine technische Meisterleistung
Eine Million Puzzleteile aneinanderzufügen – das wird ein Weltrekord werden. Eine Meisterleistung erbrachten auch die Techniker und Fachleute, die das größte Puzzle der Welt herstellen sollten. Selbst für die Spezialisten bei Ravensburger schien die Aufgabe zunächst schier unlösbar. Wollte man das Millionenpuzzle in einem Stück produzieren, würde man eine Stanzmaschine von gigantischen Ausmaßen benötigen. So entwickelte Ravensburger ein völlig neues System.
Über 4.000 Puzzles mit jeweils 300 Teilen sollen mit ihren unterschiedlichsten Motiven zu einem Riesenpuzzle zusammengefügt werden. Dabei genügt es nicht, die einzelnen Puzzlemotive aneinander zu schieben. In einem so genannten „Interlockingschnitt“ greifen Nasen und Einbuchtungen ineinander – eben genau wie bei jedem herkömmlichen Puzzle auch. Typisch Ravensburger: Dabei sollte auch das Millionenpuzzle in Qualität und Ausführung einem Ravensburger Puzzles gleichen.
Zunächst entwickelte Ravensburger ein 300-teiliges Stanzwerkzeug, das jedes Motiv mit dem anliegenden Motiv verbindet. Das Prinzip: Die Nasen am unteren Rand passen in die Einbuchtungen vom oberen Rand, linke Nasen passen in rechte Einbuchtungen und umgekehrt. Zusätzlich umsäumt eine glatte Kante die Puzzle-Ränder. Ist das Motiv fertig gepuzzelt, „schälen“ die Rekord-Teilnehmer diese Kante ab: Danach gleichen alle Puzzles einer gezackten Briefmarke und passen perfekt zusammen.

Nun ergab sich das nächste Problem: Die einzelnen Puzzlemotive sollten trotz „Interlockingschnitt“ klar erkennbar sein. Wenn jedoch die Kanten an den Puzzles fehlen, verschwimmen die Motive ineinander, ein einziger Bilderschlammassel würde entstehen. Um dies zu verhindern, wurde jedes Motiv in einen weißen Rahmen mit einer Breite von 1 1/2 Puzzleteilen eingefasst. Er grenzt die jeweiligen Motive optisch voneinander ab.
Damit beim Rekordversuch alle Altersgruppen mitmachen, umfasst das „Millionenpuzzle“ einen Querschnitt durch das aktuelle Ravensburger Puzzle-Programm: Vom 100-teiligen Puzzlemotiv „Haflinger“ bis hin zum 2.000-teiligen Puzzlemotiv „Neue Weltwunder“. Alle Motive erhielten dazu ein einheitliches Format aus 300 Teilen.
Im August soll die Fertigung des Millionenpuzzles in den Ravensburger Produktionshallen starten. Zuerst werden 6 großformatige Bogen mit jeweils 4 Puzzle-Motiven bedruckt. Danach werden die Bogen auf der originalen Puzzlepappe kaschiert – der bekannten blauen Puzzle-Rückseite. Dieser Vorgang wiederholt sich 1.333 Mal, bis am Ende 4.000 Puzzles und Vorlagen entstehen. Als nächstes schneidet eine Maschine aus den Bogen die endgültigen Puzzleformate. Dann beginnt die Zerkleinerung: Spezielle Maschinen stanzen und zerbrechen die eine Hälfte der Puzzles und jeweils 300 Teile landen im Polybeutel. Die andere Hälfte der Pappen bleibt unversehrt – sie dient den Puzzlern später als Vorlage und Unterlage. Mehrere LKWs transportieren die abgepackten Puzzles und Puzzlevorlagen in Kartons in die Innenstadt von Ravensburg, auf den Marienplatz.




























